Aphrodite - Göttin des Dnjepr

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In meinen Träumen sehe ich dich
Mit den Musen hinaufschreiten
Über die gelben Steinstufen
Zum Berge Ilmon.

Meine Träume umrunden dich
Genauso wie mein Verlangen
Meine Sehnsucht ist ein Brunnen
Ein Brunnen ist meine Sehnsucht
Der nie versiegt.

Die Musen gestatteten nicht
Dass wir einander berührten
Und unsere Leiber vermengten
Wie Schlangen.

So blieb ich zurück wie ein Stein im Fels
Während du selber im Urmeer des Lebens
Wie ein Delphin verschwunden warst.

Seither haben meine leeren Augen
Nie mehr deine Wimpern erblickt, und
Nie mehr hat mein Mund
Von deinem Anblick gekostet
Der süßer und salziger ist
Als eine Träne der Aphrodite.

Überall habe ich dich gesucht
Und überall nicht gefunden.

Auf einer pendelnden Brücke
die gespannt war über dem Strome der Liebenden
Las ich in schwefligen Augen
Lass ab, du bringst noch Unglück
Über uns alle!

Doch nimmer lasse ich ab von der Liebe.
Jedes Sandkorn küsse ich, auf dem du lagst
Dir singe ich immer die Lieder
Deine Schönheit sie glänzte
Wie ein holdes Versprechen mir.
Sehnend Verlangen rief mich.
Und ich warte an des Dnjepr Ufer
Noch viele tausend Jahre
Auf deine Rückkehr und
Wenn es so sein muss bis
Die Saite des Lebens springt
Am Ende der ewigen Zeit.

Reim: 

ungereimt

Metrik: 

freier Rhythmus

Form: 

Elegie

Bemerkung: 

Der Text entstand im Urlaub, bei dem schönen Städtchen Cherson in der Ukraine. Es liegt am unteren Dnjepr. Aus dem Lyrikband "Geh mit mir".

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